Wer kennt es nicht: Draußen ist es kalt und ungemütlich, vielleicht hat der Schnee auch die Landschaft weiß zugedeckt. Dann hört man noch Rolf Zuckowski im Radio und verspürt selber die Lust, den Rührstab zu schwingen.
Aber dann die Ernüchterung: Es fehlt an Eiern und dann stellt sich die Frage: „Warum legen die Federfreunde im Winter so schlecht?“ Wenn man in den sozialen Netzwerken nachfragt oder die Suchmaschine seiner Wahl befragt, dann heißt es ganz oft, man benötige Winterleger oder folgende Rassen seien Winterleger. Ganz oft werden auch die Brahmas als Winterleger betitelt. Aber ist das so?

Sind Brahmas gute Winterleger?
Brahmas sind in der Regel die größten Hühner, und ihre Entwicklung bedarf oft mehr als eins Jahrs. Brahmahähne wachsen mitunter bis zu ihrem zweiten Lebensjahr. Damit ein Brahmazüchter auf einer Ausstellung einen Hahn präsentieren kann, muss dieser meist mindestens 10 Monate alt sein. Jeder weitere Monat ist dem zuträglich. Möchte man also an den Ausstellungen im Dezember teilnehmen, sollte der Hahn spätestens im Februar geschlüpft sein. Rechnet man vom Schlupftermin die 21 Tage für das Brüten ab, so muss das Ei Anfang Januar gelegt und befruchtet worden sein, besser noch vorher.
Wenn man den vielen Bildern in den sozialen Netzwerken Glauben schenken mag, dann sollte dies ja kein Problem sein, schließlich werden die Brahmas dort als Winterleger angepriesen. Aber was macht ein Brahma jetzt zu einem Winterleger und andere Rassen nicht? Und hier ist die Erklärung auch schon recht dünn. Letztlich bringen die Brahmas außer ihrer Masse (welche wiederum für das Eierlegen nicht unbedingt vorteilhaft ist) und eventuell einer guten Feder nicht mehr viel mit, was dafür spräche, ein ausgesprochen guter Winterleger zu sein. Außerdem muss man sich auch mal die Frage stellen, warum die Tiere gerade im Winter die meisten ihrer 140 Eier (die sie im Jahresdurchschnitt legen) legen sollten oder wollten.

Weil wir es wollen und die Bedingungen dafür schaffen
Ich vermute hier den klassischen Survivorship Bias . Denn Brahmazüchter, die ausstellen wollen, müssen das Problem lösen und im Winter Eier haben und die Hühner zum legen bekommen und dadurch, dass die Brahmazüchter das können müssen und zumindest viele dies auch können, glauben andere Züchter dies liegt an der Rasse. Aber dabei liegt es „nur“ an folgenden Bedingungen : Futter und Licht.
Licht
Das Thema Licht hab ich in diesem Artikel ausreichend beleuchtet.
Futter
Viele Futtermittelhersteller haben sehr gut abgestimmte Mischungen, die unsere Hühner mit allem versorgen was sie benötigen um Eier zu legen. Hier wäre eines von Havens(Provisionslink) , an dieser Zusammensetzung könnte man sich orientieren. Wichtig ist, dass man das Futter frühzeitig füttert. In etwa drei Wochen bevor man Eier möchte.
Man sollte in der Zeit auch nicht Kuchenreste oder andere kalorienreiche und zu viele Küchenreste verfüttern. Hühner verfetten von innen und der gesamte Legedarm ist ein Muskel.

Ich brache also keine Brahma und Winterleger?!
Wenn man mich fragt, braucht natürlich jeder Brahma aber eben nicht wenn unbedingt wenn man nur Eier im Winter haben möchte. Sicherlich zerstöre ich mit meiner Meinung ein Verkaufsargument oder Werbe- Argument für Brahmas aber die gute Nachricht ist:
Jedes Huhn, kann meiner Meinung nach, ein Winterleger sein.
Also folge einfach dem „Masterplan“ und stelle deinen Federfreunden gutes Futter und Licht zur Verfügung und sie werden es dir mit Eiern danken.

